Konzeption Tagesgruppe Zeiskam

1. Entstehungsgeschichte

Der Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe e.V. (VKJH e.V.) wurde im Jahre 1992 gegründet mit dem Ziel, Alternativen zu herkömmlichen Formen der Jugendhilfe zu entwickeln. Ursprünglich bezog er sich in seiner Arbeit auf erlebnispädagogische Handlungsansätze und verstand sich als Förderer der Erlebnispädagogik in Rheinland-Pfalz.

Ihre Wurzel hat die heutige Jugendhilfeeinrichtung in einem erlebnis- pädagogischen Standprojekt mit reitpädagogischem Schwerpunkt in der Toskana (Juli 1992 bis April 1993), als deren deren Nachsorgeeinrichtung sie konzipiert war. Das Projekt war unter der Trägerschaft des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Kiel durchgeführt worden. Im Oktober 1993 übernahm der VKJH e.V. die Trägerschaft der Jugendwohngemeinschaft Zeiskam, aus der die teilstationäre Jugendhilfeeinrichtung hervorging.


2. Unsere Gegebenheiten

2.1 Lage und Umfeld

Das Anwesen befindet sich inmitten des Dorfes Zeiskam (ca. 2200 Einwohner), das zwischen Landau und Speyer liegt und ca. 40 km von Karlsruhe entfernt ist. Die Verkehrsanbindung zu den umliegenden Gemeinden und Städten geht über verschiedene Buslinien.


2.2 Räumliche Ausstattung

Das Gehöft besteht aus einem Haupthaus mit sieben Zimmern, einer großen Wohn-Essküche sowie einem Bad. In dem Nebengebäude, dem ehemaligen Altenteil, sind das Büro und ein hauswirtschaftlicher Funktionsraum sowie eine Wohnung für Personal angesiedelt.

Der Pferdestall mit Boxen, der zur Zeit 2 Pferde beherbergt, ist in die Scheune integriert. Die drei genannten Gebäudekomplexe schließen einen großen Innenhof ein. Hinter dem Pferdestall befindet sich ein Reitplatz. Darüber hinaus beleben 2 Hunde und 3 Katzen den Hof.
 

2.3 Arbeitsweise

Unsere Arbeitsweise basiert auf einem ganzheitlich-humanistischen Ansatz und ist handlungs- orientiert sowie tier- und reitpädagogisch ausgerichtet.
Unter den äußeren Rahmenbedingungen eines ehemaligen Bauernhofes bieten wir Kindern und Jugendlichen vielfältige Erlebnismöglichkeiten und suchen sie durch eine intensive Beziehungsgestaltung in ihrem kreativen und produktiven Wachstumsprozess zu fördern.
Durch unseren kleinen überschaubaren Rahmen mit intensiver pädagogischer Betreuung sowie durch den tier- und reitpädagogischen Ansatz bieten wir ihnen die Möglichkeit, neue Grunderfahrungen im Beziehungsbereich zu machen.

2.4 Die Kinder / Jugendlichen

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 15/16 Jahren mit Verhaltensauffälligkeiten, Beziehungsschwierigkeiten und  Erziehungsproblemen sowie Lern- und Leistungsstörungen (wie AD(H)S oder Autismus-Spektrum-Störungen).
Grundsätzlich ist eine Betreuung bis zum Erreichen der Selbstständigkeit (gemäß § 41 KJHG auch über das 18. Lebensjahr hinaus) möglich.
Durch eine gezielte Auswahl der einzelnen Gruppenmitglieder soll eine Massierung von Kindern und Jugendlichen mit gleichgelagerten Problemen verhindert werden.
Ausschlusskriterien sind Psychosen, primäre Suchtgefährdung, akute Suizidalität sowie stärkere körperliche und geistige Behinderung.


2.5 Schule und berufliche Integration

Die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen besuchen in der Regel die umliegenden öffentlichen Schulen. Sollten die Voraussetzungen zum Besuch einer öffentlichen Schule nicht gegeben sein, beschulen wir übergangsweise in Kooperation mit der angestrebten Schule auch hausintern.
Im Ausbildungsbereich arbeiten wir mit regionalen Betrieben zusammen. Für Jugendliche, die eine Ausbildung im tierpflegerischen Bereich anstreben bzw. Interesse an der Arbeit mit Pferden haben, bietet der Rahmen unserer Jugendhilfeeinrichtung gleichfalls vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten unter Praktikums- bzw. Arbeitserprobungsbedingungen.
 

2.6 Personelle Ausstattung

Das interdisziplinäre Team besteht derzeit aus einer Diplom-Psychologin, einer Diplom-Sozial- und Reitpädagogin und einer Studentin/Bachelor of Education. Des weiteren sind mehrere Pferdepflegekräfte, eine Haushaltshilfe und eine Verwaltungshilfe beschäftigt.


2.7 Pflegesätze

teilstationär: 87,25 €
44,80 € pro zusätzlicher Fachleistungsstunde


Stand: 01 - 2021